Nach dem Einzug zeigt sich der feuchte Keller, der beim Besichtigungstermin frisch gestrichen war. Im notariellen Kaufvertrag steht ein Gewährleistungsausschluss. Trotzdem sind Käufer nicht schutzlos: Wer einen Mangel arglistig verschweigt, kann sich auf den Ausschluss nicht berufen. Dieser Beitrag erklärt, wann Arglist vorliegt, welche Rechte Käufer haben, worauf Verkäufer hinweisen müssen und welche Rolle der Makler spielt.
Der Keller war beim Besichtigungstermin frisch gestrichen, die Frage nach Feuchtigkeit wurde verneint. Drei Monate nach dem Einzug blüht Salpeter an den Wänden, ein Gutachter spricht von einem jahrelangen Problem. Im Kaufvertrag steht „gekauft wie gesehen“, und der Verkäufer verweist auf den Gewährleistungsausschluss.
Viele Käufer glauben in dieser Lage, sie hätten keine Chance. Das stimmt nicht. Der Ausschluss der Sachmängelhaftung ist bei Gebrauchtimmobilien üblich und grundsätzlich wirksam. Er hat aber eine wichtige Grenze: Wer einen Mangel arglistig verschweigt, kann sich auf ihn nicht berufen. In unserer Beratung spielt diese Frage zuletzt eine immer größere Rolle, und zwar auf beiden Seiten.
Eine Immobilie ist mangelhaft, wenn sie nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat oder sich nicht für die gewöhnliche Verwendung eignet. Typische Beispiele sind Feuchtigkeit und Schimmel, Schädlingsbefall, mangelhafte Abdichtungen, undichte Dächer, Altlasten, fehlende Baugenehmigungen für ausgebaute Räume oder erhebliche Schäden an der Haustechnik.
Die Parteien können die Rechte des Käufers bei Mängeln vertraglich ausschließen. Nach § 444 BGB kann sich der Verkäufer auf einen solchen Ausschluss aber nicht berufen, soweit er den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit übernommen hat.
Arglistig handelt der Verkäufer, wenn er den Mangel kennt oder zumindest für möglich hält und dabei weiß oder billigend in Kauf nimmt, dass der Käufer den Mangel nicht kennt und den Vertrag bei Kenntnis nicht oder nicht so geschlossen hätte. Eine Absicht, den Käufer zu schädigen, ist nicht erforderlich. Arglist kann durch aktives Tun entstehen, etwa durch falsche Antworten oder das Überstreichen von Schäden, oder durch Verschweigen trotz Offenbarungspflicht.
Der Verkäufer muss nicht jede Kleinigkeit ungefragt offenlegen. Er muss aber über Umstände aufklären, die für den Kaufentschluss erkennbar von wesentlicher Bedeutung sind und die der Käufer bei einer Besichtigung nicht ohne Weiteres selbst erkennen kann. Fragt der Käufer gezielt nach, muss die Antwort vollständig und richtig sein. Mängel, die bei einer Besichtigung offen zutage liegen, muss der Verkäufer in der Regel nicht gesondert erwähnen.
Liegt Arglist vor, stehen dem Käufer die Mängelrechte aus § 437 BGB trotz des vertraglichen Ausschlusses zu.
Daneben kann der Käufer den Kaufvertrag nach § 123 BGB wegen arglistiger Täuschung anfechten. Die Anfechtung muss nach § 124 BGB binnen eines Jahres erklärt werden, nachdem der Käufer die Täuschung entdeckt hat. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt davon ab, ob der Käufer die Immobilie behalten möchte.
Mängelansprüche bei Bauwerken verjähren grundsätzlich in fünf Jahren ab Übergabe. Hat der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen, gilt nach § 438 Abs. 3 BGB die regelmäßige Verjährungsfrist. Sie beträgt drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Käufer vom Mangel und den Umständen erfahren hat. Bei Bauwerken endet die Verjährung allerdings nicht vor Ablauf der fünfjährigen Frist.
Der Käufer muss beweisen, dass der Verkäufer den Mangel kannte und ihn verschwiegen hat. Das ist in der Praxis die größte Hürde. Hilfreich sind unter anderem Aussagen von Nachbarn oder Handwerkern, frühere Gutachten, Rechnungen über Reparaturen, Schriftverkehr mit der Versicherung, Fotos aus früheren Inseraten oder frische Anstriche an auffälligen Stellen. Wer als Käufer Fragen gestellt hat, sollte die Antworten möglichst schriftlich haben oder Zeugen benennen können.
Verkäufer fragen uns regelmäßig, was sie offenlegen müssen. Unsere Empfehlung lautet: lieber zu viel als zu wenig, und zwar nachweisbar. Bekannte Feuchtigkeitsschäden, frühere Wasserschäden, Schädlingsbefall, ungenehmigte Umbauten, Probleme mit Leitungen oder Heizung und bekannte Altlasten gehören auf den Tisch. Am sichersten ist es, solche Umstände schriftlich mitzuteilen und im notariellen Kaufvertrag zu erwähnen. Ein offen gelegter Mangel kann später nicht mehr als arglistig verschwiegen gelten.
Oft läuft die Kommunikation beim Immobilienverkauf über den Makler. Macht er falsche Angaben oder verschweigt er bewusst einen Mangel, von dem er weiß, kann das mehrere Folgen haben. Der Makler verletzt seine Pflichten aus dem Maklervertrag und kann schadensersatzpflichtig werden. Bei schweren, vorsätzlichen Treuepflichtverletzungen verliert er zudem seinen Anspruch auf Provision. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Lohnunwürdigkeit des Maklers nach § 654 BGB.
Der Gewährleistungsausschluss schützt Verkäufer nur, solange sie ehrlich sind. Wer einen Mangel kennt und verschweigt, haftet trotz „gekauft wie gesehen“. Für Käufer kommt es darauf an, die Kenntnis des Verkäufers nachzuweisen, für Verkäufer darauf, Mängel nachweisbar offenzulegen. Wir beraten Käufer und Verkäufer bei allen Fragen rund um den Immobilienkauf. Ihre Ansprechpartnerin ist Rechtsanwältin Margarethe Hartun. Fragen zur Rolle des Maklers klären wir auf unserer Seite zum Maklerrecht.
Teilen
Rechtsanwalt Elmshorn & Hamburg | Arbeits-, Straf- & Mietrecht | Kanzlei Hartun & Killet
We firmly believe that the internet should be available and accessible to anyone, and are committed to providing a website that is accessible to the widest possible audience, regardless of circumstance and ability.
To fulfill this, we aim to adhere as strictly as possible to the World Wide Web Consortium’s (W3C) Web Content Accessibility Guidelines 2.1 (WCAG 2.1) at the AA level. These guidelines explain how to make web content accessible to people with a wide array of disabilities. Complying with those guidelines helps us ensure that the website is accessible to all people: blind people, people with motor impairments, visual impairment, cognitive disabilities, and more.
This website utilizes various technologies that are meant to make it as accessible as possible at all times. We utilize an accessibility interface that allows persons with specific disabilities to adjust the website’s UI (user interface) and design it to their personal needs.
Additionally, the website utilizes an AI-based application that runs in the background and optimizes its accessibility level constantly. This application remediates the website’s HTML, adapts Its functionality and behavior for screen-readers used by the blind users, and for keyboard functions used by individuals with motor impairments.
If you’ve found a malfunction or have ideas for improvement, we’ll be happy to hear from you. You can reach out to the website’s operators by using the following email
Our website implements the ARIA attributes (Accessible Rich Internet Applications) technique, alongside various different behavioral changes, to ensure blind users visiting with screen-readers are able to read, comprehend, and enjoy the website’s functions. As soon as a user with a screen-reader enters your site, they immediately receive a prompt to enter the Screen-Reader Profile so they can browse and operate your site effectively. Here’s how our website covers some of the most important screen-reader requirements, alongside console screenshots of code examples:
Screen-reader optimization: we run a background process that learns the website’s components from top to bottom, to ensure ongoing compliance even when updating the website. In this process, we provide screen-readers with meaningful data using the ARIA set of attributes. For example, we provide accurate form labels; descriptions for actionable icons (social media icons, search icons, cart icons, etc.); validation guidance for form inputs; element roles such as buttons, menus, modal dialogues (popups), and others. Additionally, the background process scans all the website’s images and provides an accurate and meaningful image-object-recognition-based description as an ALT (alternate text) tag for images that are not described. It will also extract texts that are embedded within the image, using an OCR (optical character recognition) technology. To turn on screen-reader adjustments at any time, users need only to press the Alt+1 keyboard combination. Screen-reader users also get automatic announcements to turn the Screen-reader mode on as soon as they enter the website.
These adjustments are compatible with all popular screen readers, including JAWS and NVDA.
Keyboard navigation optimization: The background process also adjusts the website’s HTML, and adds various behaviors using JavaScript code to make the website operable by the keyboard. This includes the ability to navigate the website using the Tab and Shift+Tab keys, operate dropdowns with the arrow keys, close them with Esc, trigger buttons and links using the Enter key, navigate between radio and checkbox elements using the arrow keys, and fill them in with the Spacebar or Enter key.Additionally, keyboard users will find quick-navigation and content-skip menus, available at any time by clicking Alt+1, or as the first elements of the site while navigating with the keyboard. The background process also handles triggered popups by moving the keyboard focus towards them as soon as they appear, and not allow the focus drift outside it.
Users can also use shortcuts such as “M” (menus), “H” (headings), “F” (forms), “B” (buttons), and “G” (graphics) to jump to specific elements.
We aim to support the widest array of browsers and assistive technologies as possible, so our users can choose the best fitting tools for them, with as few limitations as possible. Therefore, we have worked very hard to be able to support all major systems that comprise over 95% of the user market share including Google Chrome, Mozilla Firefox, Apple Safari, Opera and Microsoft Edge, JAWS and NVDA (screen readers).
Despite our very best efforts to allow anybody to adjust the website to their needs. There may still be pages or sections that are not fully accessible, are in the process of becoming accessible, or are lacking an adequate technological solution to make them accessible. Still, we are continually improving our accessibility, adding, updating and improving its options and features, and developing and adopting new technologies. All this is meant to reach the optimal level of accessibility, following technological advancements. For any assistance, please reach out to